Archiv für den Monat: November 2014

Für mehr Gerechtigkeit und Schutz vor Gewalt – Internationaler Tag gegen Gewalt an Frauen

In Deutschland haben 35% der Mädchen und Frauen körperliche und/oder sexuelle Gewalt durch einen Partner oder eine andere Person erfahren, in Europa sind es 33%. Zu dieser Zahl gesellen sich 53% (also über die Hälfte aller in der EU-lebenden Frauen) die schon einmal Angst vor körperlicher oder sexueller Gewalt haben mussten.

Die schockierende Realität vieler Frauen im Jahre 2014 zeigt sich immer wieder in der Angst vor oder Erfahrung von (sexualisierter) Gewalt. Es sind unangenehme Themen, Zwangsprostitution, -ehen und Beschneidungen von Mädchen. Wir haben doch eine Gleichberechtigte Gesellschaft!, heißt es und das sind nicht unsere Probleme. Und trotzdem stehen da diese Zahlen, schwarz auf weiß: In den letzten 12 Monaten haben EU-weit 13 Millionen Frauen körperliche Gewalt erfahren, 3,7 Millionen sexuelle Gewalt, eine von 20 Frauen ist vergewaltigt worden, 12% noch vor dem 15 Lebensjahr.

Zwar geht die Gesetzgebung in die richtige Richtung, so wurden beispielsweise 2012 die europäischen Opferschutzrichtlinien verabschiedet und die Istanbul-Konvention, ein Übereinkommen zur Verhütung und Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen, beschlossen, doch mangelt es häufig an der gesellschaftlichen Akzeptanz.

Aktuelle Diskussionen rund um den #Aufschrei oder ein Youtube-Video, das die alltäglichen Belästigungen zeigt, die eine Frau über sich ergehen lassen muss, aber auch über Abtreibung oder die Pille danach, zeigen, dass wir noch immer kein wirkliches Selbstbestimmungsrecht über unseren Körper haben. Relativierungen sexualisierter Gewalt, sei es in Form von Slut-Shaming (dem Verurteilen einer Frau auf Grund ihrer Sexualität) oder Victim Blaming sind allgegenwärtig. Letzteres sucht die Verantwortung beim Opfer: War der Rock zu kurz, die Frau zu betrunken oder wollte sie es nicht eh („I hate these blurred lines. I know you want it“)?

Die Änderungen des Strafrechtsparagrafen 177, die der Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) ins Spiel brachte, sollen Frauen besser vor Gewalt schützen. Die Umsetzung muss noch abgewartet werden, doch kann dies ein Anstoß für wichtige gesellschaftliche Veränderungen sein. Den „Nein“ heißt immer „Nein“!

Laura Meier, stellv. Vorsitzende der Jusos Bochum

Was macht eigentlich…der VRR?

Am vergangenen Mittwoch trafen sich über 20 Jusos in den Räumen der SPD um in der Sitzung des AK Umwelt, Energie und Infrastruktur zu erfahren, worin eigentlich die Arbeit des VRR besteht. Erhard Wolf war bereit, uns als Referent zu besuchen und uns somit einen Einblick in seine Arbeit zu bieten.

Herr Wolf hob hervor,10421572_624747244315113_4889268157446276657_n dass die Gründung des VRR im Jahre 1980 eine große Vereinfachung für die Fahrgäste bedeutete, da es zu einer massiven Vereinfachung des Tarifsystems kam. Darin besteht auch eine Hauptaufgaben des VRR, in der Festlegung der Tarife.

Eine weitere wichtige Aufgabe ist die Organisation des Schienenpersonenverkehrs. In der Vorstellung dieses Aufgabenbereichs wurde den Jusos Bochum auch erläutert, wie das neue Nahverkehrssystem RRX aussehen soll. Es wurde außerdem hervorgehoben, dass an den VRR immer viele Erwartungen herangetragen werden, die dieser vereinbaren muss. Dies wurde uns anhand des politischen Aufbaus des VRR dargelegt.

Wir danken Herrn Wolf nochmals für einen interessanten und unterhaltsamen Abend.

Schulfrieden… und dann? Der AK Bildung diskutiert über die „Schule der Zukunft“

Am letzten Mittwoch (12AK Bildung.11.2014) leitete der AK Bildung sein neues Schwerpunktthema mit einer Zukunftswerkstatt ein: In den nächsten Monaten soll über die aktuelle Schul- und Bildungspolitik in NRW diskutiert werden.

Der Schulpolitische Konsens NRW gilt nun seit 2011. Eine zentrale Veränderung der Schullandschaft, die er mit sich brachte, war die Einführung der neuen Sekundarschule. Durch den Verzicht auf eine gymnasiale Oberstufe steht sie jedoch unseren Vorstellungen einer Gemeinschaftsschule in einem entscheidenden Punkt nach.

Auch die in den Leitlinien für die Gestaltung des Schulsystems in NRW formulierte Begründung für eine Veränderung der Schullandschaft, die das Problem auf ein demographisches reduziert (Rückgängige Schüler*innenzahlen und ein verändertes Wahlverhalten führen demnach zum Attraktivitätsverlust der Hauptschule) verschleiern das eigentliche Problem unseres Schulsystems: Eine mangelhafte Chancengleichheit.

In einer Zukunftswerkstatt haben wir nicht nur eine kritische Analyse vorgenommen, sondern auch Utopien und Wünsche für eine chancengerechte Schule formuliert. In den folgenden Sitzungen des AK Bildung werden wir uns mit den Möglichkeiten einer Verbesserung der Schulwirklichkeit beschäftigen, die trotz des Schulkonsens möglich sind.

In einer sehr produktiven Diskussion haben wir gemeinsam Schwerpunkte für unsere (bildungs-) politische Arbeit gesetzt, ein herzliches Dankeschön dafür!