Jusos Bochum

Frauen in der Politik – Michelle Müntefering & Carina Gödecke

von Franca Bavaj

Kaum sind die Rosen zum Valentinstag verwelkt, gibt es den nächsten Strauß. Der Anlass diesmal: der Weltfrauen*tag. Dabei ist die Lage für Frauen* in der Politik alles andere als rosig.
Im Bundestag beträgt der Frauen*anteil gerade einmal 31%, im Landtag Nordrhein-Westfalens sogar nur 27%. Und auch unsere SPD-Fraktionen haben mit 44% und 35% Frauen*anteil noch Ausbaupotential.

Trotzdem haben wir das Glück hier in Bochum gleich durch zwei starke Frauen vertreten zu werden. Das ist einmal Michelle Müntefering, die Herne und den Bochumer Norden und Osten im Bundestag vertritt und Staatministerin im Auswärtigen Amt ist. Und zum anderen Carina Gödecke, die den Bochumer Norden, Osten und Mitte im Landtag vertritt und dort Vizepräsidentin des Landtages ist.

Zwei Frauen, die nicht nur in den Parlamenten sitzen, sondern dort auch Spitzenämter bekleiden. Das zeigt doch: Frauen* haben nicht nur auch den Willen und das Durchsetzungsvermögen für politische Mandate, sie sind auch noch hervorragend qualifiziert für diese. Woher kommt dann diese Ungleichheit. Hier zeigt gerade die Corona-Pandemie (sorry, die nächsten Jahre wird wohl kaum ein Thema ohne Corona-Bezug auskommen) mal wieder einen Aspekt der Ungleichheit auf. Und der hat viel mit Sozialisation und noch immer vorherrschenden Rollenerwartungen zu tun. Carina formuliert das ganze so: „Ich finde, dass mittlerweile völlig zur Recht von der Retraditionalisierung der Rollenverteilung gesprochen wird. Homeoffice, Homeschooling, und die Aufrechterhaltung eines funktionierend Familienlebens, also Carearbeit in all ihren Facetten – ganz überwiegend waren und sind das Anforderungen, die bei Frauen zu großen Herausforderungen und vielfach auch bereits zu objektiven Überforderungen geführt haben. Wenn Frauen aber im 21. Jahrhundert Heim, Herd, Kinder und eigene Berufstätigkeit im Homeoffice unter einen Hut bringen müssen, ist es fast zwangsläufig, dass sie weniger wahrnehmbar werden und weniger in Erscheinung treten. Für politisches Engagement bleibt damit auch wenig oder gar keine Zeit.“

Das muss sich ändern! Dafür braucht es gesetzliche Verpflichtungen. Wer von uns ist nicht schon mal auf dem Sofa liegen geblieben statt Sport zu machen, weil er vermeintlich angenehmer war und wer von uns kennt nicht auch das gute Gefühl sich doch aufgerafft zu haben. Es mag angenehmer scheinen den Status quo beizubehalten, wenig zu verändern, aber langfristig wird es uns nicht gut tun, wir werden träge werden, es werden uns so viele kompetente Frauen* entgehen, die mit einem neuen, anderen Blick auf Probleme auch neue Lösungen liefern können. Und wir können es uns nicht leisten zu warten! So viele globale Krisen und Konflikte, wir brauchen die klugen Frauen* jetzt. Deshalb wird im Landtag auch ein Gesetzentwurf der SPD gemeinsam mit Bündnis90/Die Grünen diskutiert der die „Einführung einer paritätischen Aufstellung der Wahllisten mit Frauen und Männern“ fordert und auch wenn Carina nicht glaubt, dass die Koalitionsfraktion das Gesetz schlussendlich unterstützen wird, so „ist alleine die anhaltende Debatte wichtig. Denn, steter Tropfen höhlt irgendwann hoffentlich doch den Stein. Und das oft angeführte Argument, Quote ersetzt keine Qualität, war noch nie richtig, immer schon überflüssig und trifft selbstbewusste, ihre Frau stehende, engagierte und motivierte Frauen in keinster Weise. Weder in der Wirtschaft noch in der Politik. Deshalb ein lautes und fröhliches Ja zu mehr Frauen in Politik und Wirtschaft, und vor allem ein ebenso lautes und überzeugtes Ja zu einem Paritätsgesetz in NRW.“

Es lohnt sich also schon heute als Frau* politisch aktiv zu werden. Da sich schon einiges verbessert hat und noch viel mehr verbessert werden muss, denn wie Michelle sagt: „Frauenrechte sind Menschenrechte und Menschenrechte sind Frauenrechte! Die Generationen vor uns haben schon viel erreicht – und die SPD hatte daran großen Anteil. Aber Gleichstellung ist noch lange nicht erreicht – und selbstverständlich ist sie schon gar nicht.

Deswegen müssen wir weitermachen. Mein Rat: Findet Verbündete, knüpft Netzwerke. Von Bochum bis nach New York: Lasst euch nicht in Schubladen stecken. Nur ihr bestimmt, wer ihr sein wollt. Ob in Pumps oder Sneakers – wir gehen gemeinsam voran.“
Wenn Du also Lust hast aktiv zu werden, für Deine Gleichberechtigung einzustehen oder als Mann* mit für Gleichberechtigung zu kämpfen, dann schau doch gerne vorbei!
Uns Jusos Bochum erreichst Du HIER.
Auch bei der SPD Bochum bist Du im Kampf um Geschlechtergerechtigkeit immer gut aufgehoben, schau da doch auch gerne mal auf der Website vorbei, besonders die ASF (Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen) freut sich immer über neue Feminist*innen!

Junge Sozialisten in der SPD