Jusos Bochum

Genderspezifische Aspekte des Klimawandels

von Mattea Mentges

DISCLAIMER: Wir sprechen von Männern und Frauen als soziale Kategorien, in die unser binäres Geschlechtersystem unterteilt ist, auch wenn sich nicht alle Menschen dem zuordnen.

1) Frauen sind stärker von den Auswirkungen des Klimawandels betroffen.

·       Frauen und Männer sind in den jeweiligen sozialen Rollen unterschiedlich betroffen, nicht weil sie vermeintlich ,,natürlich‘‘ schwächer seien. Die Klimakrise verstärkt bestehende Ungleichheiten in der Gesellschaft.

·       Frauen sind mehr als doppelt so oft von extremer Armut betroffen

·       Weniger Frauen überleben bei Naturkatastrophen

·       Frauen leben meist in höherer Abhängigkeit von natürlichen Ressourcen und betreiben bäuerliche Landwirtschaft.

·       Gewalt gegen Frauen verschärft sich in der Klimakrise, sowie der mangelnde Zugang zu Bildung, medizinischer Versorgung, Erwerbsarbeit und finanziellen Ressourcen, die Möglichkeit Land zu besitzen.

2) Frauen und Männer sind unterschiedlich an den Ursachen beteiligt.

·       In Industriestaaten haben Männer einen durchschnittlich höheren CO2-Abdruck. Bestimmte Lebensweisen die mit Männlichkeit verknüpft sind, sind tendenziell umweltschädlicher. Zum Beispiel dicke Autos fahren oder viel Fleisch essen.

·       ,,In Schweden beispielsweise verbrauchen Männer mittleren Lebensalters bis zu doppelt so viel Energie wie Frauen‘‘ (Zitat aus *)

·        ,,Studien legen nahe: Je geschlechtergerechter eine Gesellschaft, desto kleiner der Co2-Fußabdruck pro Person.“ (Zitat aus **)

·       Die Ausbeutung von natürlichen Ressourcen sowie von Frauen liegt im kapitalistischen System und ist eng miteinander verknüpft.

3) Frauen können weniger an Klimaschutzmaßnahmen mitbestimmen.

·       Obwohl Klimaproteste weltweit meist von Frauen angeführt werden, sitzen größtenteils Männer an den Verhandlungstischen über die Maßnahmen.

·       Politik und Machtpositionen werden strukturell immer noch von Männern dominiert.

·       Gender ist erst in den letzten Jahren in den Blick von internationalen Klimakonferenzen gerückt. Seit 2012 ist Gender fest auf der Klimakonferenz und auch im Pariser Klimaschutzabkommen von 2015 verankert.

 

Weiterführende Links für Interessierte:

·       Artikel des Gunda-Werner-Instituts:

https://www.gwi-boell.de/de/2019/07/08/klimawandel-trifft-insbesondere-frauen

https://www.gwi-boell.de/de/2019/04/23/friday-future-protest-angefuehrt-von-jungen-frauen-warum-das-nicht-nicht-wichtig-ist

·       **TAZ-Artikel:

https://taz.de/Expertin-ueber-Gender-und-Klimawandel/!5550052/

·       Bundeszentrale für politische Bildung:

https://www.bpb.de/apuz/269306/geschlechtergerechtigkeit-und-klimapolitik

·       *Gut zusammenfassendes Essay der Friedrich-Ebert-Stiftung – Klimawandel, Klimaschutz und Gender:

https://library.fes.de/pdf-files/iez/05282.pdf

·       Diskussionspapier zur Verknüpfung von Corona-Krise, Klima-Krise und Gender:

https://life-online.de/gender-corona-klima/

·       Buch zu Geschlecht-Macht-Klima:

https://www.gwi-boell.de/de/2012/04/23/macht-geschlecht-klima-feministische-perspektiven-auf-klima-gesellschaftliche

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