Schlagwort-Archiv: Antifaschismus

Solidarität mit der Grünen Jugend

Bochum ist eine weltoffene Stadt, in der für Nazis kein Platz ist: Das dachte sich wohl auch die Grüne Jugend Bochum, als sie am Vorabend des 30. April 2015 den Husemannplatz inmitten des Zentrums unserer Stadt mithilfe von Straßenmalkreide durch ebensolche Botschaften verschönerte. Genau hier nämlich, hatte die NPD für den darauffolgenden Tag eine Kundgebung angemeldet.
So weit, so friedlich und kreativ könnte Mensch meinen. Nicht so die Polizei Bochum, die die Aktion nach kurzer Zeit beendete und den USB rief um den Platz reinigen zu lassen. Hierfür nun, hat die Grüne Jugend unlängst eine Rechnung in Höhe von 267 Euro erhalten. Und zwar ausgerechnet nachdem CDU-Ratsmitglied Dirk Schmidt eine Anfrage an die Verwaltung stellte, wer für die USB-Reinigung aufkommen müsse.

Für uns Jusos ist das Verhalten der beteiligen Akteure gegenüber der Grünen Jugend höchst
befremdlich: Zu allererst sollte es möglich sein, friedlich und kreativ ein Zeichen gegen die
menschenverachtende Hetze der NPD zu setzen. Ein sauberes Pflaster über den Protest gegen Rassismus und Diskriminierung zu stellen, mutet hier schon sehr abstrus an. Wenig ruhmreich finden wir in diesem Zusammenhang zusätzlich die Anfrage des CDU-Ratsherrn Dirk Schmidt. Anstatt gemeinsam ein Zeichen gegen die Rassistinnen und Rassisten der NPD zu setzen – oder ein solches zumindest wohlwollend zur Kenntnis zu nehmen – torpediert Herr Schmidt offenbar lieber das demokratische Engagement einiger junger Erwachsener. Parteipolitische Spitzfindigkeiten und persönliche Animositäten scheinen dabei offenbar wichtiger zu sein, als die Förderung einer aktiven Zivilgesellschaft, die letztlich Basis unsere freiheitlich demokratische Grundordnung ist.

Für uns Jusos Bochum steht fest: Im Kampf gegen Rassismus hat die Grüne Jugend unsere
uneingeschränkte Solidarität. Gerne kommen wir daher dem Aufruf der Grünen nach und beteiligen uns – ganz im Sinne des Grundgesetzes – mit 19,49 Euro an den Kosten, die durch die Entfernung der Straßenmalkreide entstanden sind. Wir hoffen, dass sich weitere demokratische Organisationen unserer Stadt anschließen und die Unterstützungszahlungen den Rechnungsbetrag übersteigen werden. So könnten mit dem Geld nicht nur die unnötigen Reinigungskosten beglichen werden, sondern auch eine sinnvolle Spende an Institutionen geleistet werden, die sich dem Kampf gegen die rechte Szene verschrieben haben. Damit würde dieses absurde Theater zumindest einen halbwegs versöhnlichen Abschluss finden.

Keine Party mit Patrioten: Burschenschaften von der BlauPause ausschließen!

artbuschi5Mit einiger Verwunderung haben wir die Diskussion um die anstehenden Feierlichkeiten zum 50-jährigen Bestehen der Ruhr-Universität Bochum verfolgt. Berichten der Universitätsverwaltung folgend, werden bis zu sechs Studentenverbindungen an der BlauPause – einer Art Neuauflage des Still-Lebens der RUHR2010, nunmehr auf der Universitätsstraße – teilnehmen. Darunter auch eine Verbindung, die im Dachverband der Deutschen Burschenschaften (DB) organisiert ist.

Für uns Jusos Bochum steht fest: Zahlreiche Burschenschafter und Burschenschaften bewegen sich seit Jahrzehnten im Dunstkreis der organisierten Rechten und sind dabei Vorfeldorganisationen der faschistischen Szene. Der Dachverband der Deutschen Burschenschaft ist eindeutig biologistisch, völkisch, großdeutsch und patriarchalisch ausgerichtet. Nahezu sämtliche Bestandteile eines faschistischen Weltbildes finden sich in der burschenschaftlichen Weltanschauung. Die Werte und Grundsätze von Jusos – und wie wir bis vor kurzem dachten auch die der Ruhr-Universität Bochum – sind mit derartigen Aktivitäten und Ideologien nicht vereinbar. So kokettiert die RUB in ihrem Leitbild damit menschlich und weltoffen zu sein. Geworben wird mit Vielfalt und Chancengleichheit – 2013 wurde zur Bekräftigung dieser Maximen die Charta der Vielfalt unterzeichnet.

Für uns ist es daher nicht nachvollziehbar, dass den reaktionären Studentenverbindungen, die sich über die Ablehnung genau dieser Werte definieren, bei der BlauPause eine Plattform zur Verbreitung ihres kruden Weltbildes geboten wird. Für uns ist es weiter schwer vorstellbar, dass es bei der Tischvergabe für die BlauPause nicht möglich gewesen ist, den Hintergrund der jeweiligen Interessenten zu überprüfen. Hier hätten wir von der Universitätsverwaltung – die seit Monaten mit der Planung der Veranstaltung befasst ist – ein Mindestmaß an Fingerspitzengefühl erwartet.

Um den schon jetzt entstandenen Imageschaden bis zum kommenden Samstag nicht noch zu potenzieren, fordern wir die handelnden Personen der Universitätsverwaltung auf von ihrem Hausrecht Gebrauch zu machen und die Burschenschaften von den Feierlichkeiten auszuladen.