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Equal Pay Day – immer noch nicht an Silvester!

Heute ist der 20.03.2015. Heute ist nicht nur kalendarischer Frühlingsanfang, nein viel wichtiger ist, dass heute Equal-Pay-Day ist. Heute ist der Tag, an dem Frauen seit dem 01.01.2014 bezogen auf den gleichen Beruf genauso viel verdient haben wie Männer zwischen dem 01.01.2014 und dem 31.12.2014.

Ihr lest richtig, wir befinden uns im Jahr 2015 und noch immer werden Frauen, was ihre Aufstiegschancen und ihre Bezahlung im Vergleich zu Männern in Unternehmen angeht, diskriminiert. Die Ursachen dafür sind lange bekannt. Sie liegen auch an der in Teilen der Gesellschaft überholten, veralteten und rückwärtsgewandten Einstellung, dass Frauen für die Kinder verantwortlich sind, aber auch daran, dass Männer, in der starken Position sitzend, diese nicht aufgeben wollen.

Um die Ungleichbehandlung auf der Gehaltsabrechnung zu bekämpfen, ist Transparenz, wie von Frauenministerin Schwesig vorgeschlagen, nötig. Aber Transparenz alleine bewirkt noch keine Angleichung auf der Gehaltsabrechnung. Transparenz führt nur dazu, dass Frauen sehen, wie viel sie ihrem ArbeitgeberIn weniger Wert sind als Männer in der gleichen Position. Viel wichtiger ist aber diesen Gehaltsunterschied zu beseitigen. Dabei hilft nur eine konsequente Anwendung längst bestehender Gesetze wie dem Artikel 3 des Grundgesetzes, welcher nicht nur die Gleichberechtigung von Mann und Frau besagt, sondern auch vorschreibt, dass der Staat die tatsächliche Durchsetzung der Gleichberechtigung von Frauen und Männern fördere und auf die Beseitigung bestehender Nachteile hinwirke. Somit ist die Forderung unserer Frauenministerin keine „Strangulierung der Wirtschaft durch immer mehr Bürokratie“, wie der CDU-Bundestagsabgeordneter Joachim Pfeiffer zitiert wird, sondern ein Grundsatz unserer Gesellschaft. Um sich aber vor Gericht gegen eine zu geringe Entlohnung durchsetzen zu können, wird eine Offenlegung der Gehälter benötigt. Freiwilligkeit selbst bewirkt keine Änderung in der Praxis.

Ein gutes Beispiel ist die Frauenquote, welche erst zum Weltfrauentag gesetzlich geregelt wurde, nachdem 10 Jahre freiwillige Selbstverpflichtung der Wirtschaft nicht zu mehr Frauen in Führungspositionen führte. Im Übrigen zeigt sich hier wie viel politischer Druck bewirkt. Erst eine Gesetzesänderung führt hoffentlich zu einer Neuaufstellung der Vorstände und Aufsichtsräte vieler Unternehmen.

Daher fordern wir Jusos Bochum eine Offenlegung und Angleichung der Löhne, um den Equal-Pay-Day auf den 31.12. eines jeden Jahres legen zu können. Erst dann ist eine weitere Barriere in der Gleichstellung von Mann und Frau weggeräumt.

 

„Kriegen wir jetzt mehr Kohle?“